Handynutzung/Digitalisierung Spanien

Nach dem Aufenthalt in Llerena, Spanien, bei einem Schüleraustausch mit Erasmus+ habe ich bemerkt, wie anders die Schule im Vergleich zu unserer ist. Viele Regelungen sind gleich, aber es gibt auch paar Unterschiede. 

Die Schule besitzt keine Whiteboards, das heißt, die Lehrer haben nicht die Möglichkeit, den Unterricht digital zu gestalten. Der einzige Raum, in dem es elektronische Geräte wie Computer und eine elektronische Tafel gibt, ist der Informatikraum. In der Bibliothek steht nur ein Computer, der nur den Lehrern zur Verfügung steht. 
Es gibt eine App, mit der die Lehrer mit den Schülern kommunieren können, dies ist Vergleichbar mit unserer Moodle-App. Da kann man die Hausaufgaben sehen und erfährt auch, falls eine Stunde ausgefallen ist. 
Ab der 10. Klasse haben wir in Deutschland die Möglichkeit, ein Tablet von der Stadt zu bekommen, das man im Unterricht mit einbringen kann. In Spanien ist dies jedoch leider nicht so, da werden keine Tablets benutzt. 
Allgemein ist die Handynutzung in der spanischen Schule nicht erlaubt, aber viele Schüler machen es trotzdem. 
Da wir in einer sehr kleinen Stadt waren, war die Schule nicht so fortschrittlich wie in anderen Regionen, wo die Schulen möglicherweise anders aussehen. 
Veronika Loschkin (10b)
veröffentlicht am 9.12.2025

Schulalltag in Spanien

Während meines Erasmus+-Schüleraustausches in Spanien, Llerena, konnte ich zahlreiche Unterschiede zum deutschen Schulalltag feststellen. Der Unterricht began dort um 8:30 Uhr und endete um 14:30 Uhr. In Deutschland startet der Schultag jedoch in der Regel bereits um 8:00 Uhr und endet je nach Stundenplan um 13:05 Uhr oder 14:20 Uhr.

Besonders auffällig war die Pausenregelung. In Spanien gab es nur eine einzige Pause von 30 Minuten, während in Deutschland zwei Pausen von jeweils 15 Minuten sowie eine zusätzliche Mittagspause von etwa einer halben Stunde vorgesehen sind.

Ein weiterer Unterschied betraf den Umgang mit Unterrichtsausfällen. In Deutschland nutzen wir eine App, über die wir sofort sehen können, wenn Stunden ausfallen. Fällt die erste Stunde aus, können wir später kommen. Entfällt die letzte Stunde, dürfen wir früher nach Hause. Liegt der Ausfall in der Mitte des Tages, erhalten wir eine Vertretungsstunde. In Spanien sah das völlig anders aus. Auch dort fällt Unterricht aus, wenn Lehrkräfte krank sind. Allerdings werden diese Stunden entweder von einem anderen Lehrer vertreten oder die Schüler müssen sich selbst beschäftigen. Sie haben jedoch niemals frei und können deswegen weder länger schlafen noch früher gehen. Diese Flexibilität, die wir aus Deutschland kennen, existiert dort nicht.

Der Unterricht selbst wirkte deutlich lauter. Viele Schüler arbeiteten nur begrenzt mit oder führten längere Diskussionen mit der Lehrkraft. Deshalb wurden zahlreiche Aufgaben nach Hause verlagert. Wenn Schüler mit diesen Aufgaben Probleme haben, können sie schnell im Stoff zurückfallen, da im Unterricht selbst oft wenig erledigt wird.

Die Klassenorganisation ähnelt im Grundprinzip dem deutschen System. Bis zu einem bestimmten Jahrgang lernen die Schüler in festen Klassen. Ab der Highschool wechseln sie jedoch in Kurse, was dem deutschen Oberstufensystem entspricht.

Der Umgang mit den Lehrkräften ist weniger formell.

Tamara Vietiukova (10s)

veröffentlicht am 9.12.2025

Die Gastkultur in Spanien 

 
Während meines Erasmus+-Schüleraustausches in Spanien konnte ich eine Gastkultur erleben, die von Herzlichkeit, Offenheit und stark ausgeprägtem Gemeinschaftsgefühl geprägt ist. Schon bei meiner Ankunft wurde ich von meiner Gastfamilie wie ein neues Familienmitglied begrüßt, mit Umarmungen, Küssche auf die Wangen und vielen Fragen, gezeichnet von einer Neugier auf meine Herkunft und meinen Alltag in Deutschland. Diese warme Art, mit Menschen umzugehen, ist charakteristisch für die spanische Kultur.
In spanischen Familien spielt das gemeinsame Essen eine zentrale Rolle. Die Mahlzeiten sind nicht nur zum Sattwerden da, sondern ein wichtiger sozialer Moment. Besonders das Mittagessen, das oft spät stattfindet, kann sich über längere Zeit ziehen, weil dabei viel erzählt, diskutiert und gelacht wird. Auch das Abendessen beginnt im Vergleich zu Deutschland sehr spät – häufig erst gegen 21 oder 22 Uhr. Dadurch hatte ich die Gelegenheit, jeden Tag intensive Gespräche zu führen und die Familie besser kennenzulernen.
Eine weitere wichtige Erfahrung war das entspannte Lebensgefühl, die sogenannte “tranquilidad“. Die Menschen wirken weniger gehetzt und nehmen sich mehr Zeit füreinander. Termine und Zeitpläne sind zwar wichtig, aber nicht so streng wie in Deutschland. Diese Gelassenheit war für mich anfangs ungewöhnlich, aber auch sehr angenehm.
Auch die Rolle von Festen und Traditionen ist in Spanien bedeutend. Ob lokale Feste, religiöse Feiertage oder spontane Treffen in der Nachbarschaft – man spürt überall die Freude am Zusammensein und an gemeinsamen Aktivitäten. Besonders beeindruckend fand ich die lebendige Straßenkultur: Plätze, Parks und Cafés sind stets voll mit Menschen aller Generationen.
Insgesamt habe ich die spanische Gastkultur als unglaublich herzlich, sozial und lebensfroh erlebt. Sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Zeit miteinander zu teilen, offen auf andere zuzugehen und den Alltag mit mehr Gelassenheit zu genießen.
 
Henri Nussbaum (10a)
veröffentlicht am 2.12.2025

Essen in Spanien - Eindrücke aus dem Schüleraustausch

Während meines Erasmus+-Schüleraustauschs in Spanien habe ich schnell gemerkt, dass Essen dort nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein wichtiger Teil des Alltags ist. Viele Gerichte unterscheiden sich deutlich von dem, was wir aus Deutschland kennen. Obwohl die spanische Küche sehr abwechslungsreich ist, werden viele Speisen deutlich öliger zubereitet, und Fleisch steht häufig im Mittelpunkt.

Ein Klassiker, der mir überall begegnet ist, war die Tortilla de patatas. Dieses einfache, aber sehr typische Omelett aus Kartoffeln und Zwiebeln findet man in fast jedem Haushalt und Restaurant. Auch die Sopa de mariscos, eine Suppe mit Meeresfrüchten und oft auch Kartoffeln, gehört zu den Gerichten, die man in Spanien unbedingt probieren sollte.

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Besonders beeindruckt hat mich der Jamón Serrano, der in Spanien eine Art Kultstatus besitzt. Der luftgetrocknete Schinken wird hauchdünn geschnitten und entweder pur, auf Brot oder als Teil eines Gerichts gegessen. In einem Restaurant durfte ich eine Kombination aus Jamón, Pommes und einem Spiegelei probieren – ungewöhnlich, aber erstaunlich lecker.

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Auffällig war außerdem, dass in Spanien generell viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen werden. Auch wenn ich selbst nicht in einer Küstenregion war, spielten diese Produkte im Alltag vieler Menschen eine wichtige Rolle und waren in Restaurants und Supermärkten überall präsent.

In beiden Schulgebäuden gab es kleine Cafeterias, in denen die Schüler, während der Pausen einkaufen konnten: Tee, das typisch spanische Kakaogetränk Colacao, geröstetes Brot mit verschiedenen Belägen, aber auch Süßigkeiten und Snacks. Viele nutzten außerdem die Möglichkeit, das Schulgelände zu verlassen und zum nahegelegenen Spar-Supermarkt zu gehen, um sich dort etwas zu holen. Trotzdem brachten viele Schüler ihr Essen von zu Hause mit – oft Baguette oder Toastbrot mit Belag und ein Trinkpäckchen.

Für mich war es spannend zu erleben, wie abwechslungsreich das Essen in Spanien ist und wie viele neue Geschmacksrichtungen man dort entdecken kann. Diese Eindrücke haben meinen Aufenthalt definitiv bereichert.

Malou Brünicke (10s)

veröffentlicht am 2.12.2025

Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern

Während meines zweiwöchigen Erasmus+-Austausches in Llerena (Spanien) habe ich nicht nur das Essen, das Wetter und die Stadt kennengelernt, sondern vor allem etwas, das mich wirklich überrascht hat: die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern. Und die ist dort komplett anders als bei uns.

Schon nach den ersten Unterrichtsstunden ist mir aufgefallen, wie locker und offen der Umgang miteinander ist. Lehrer und Schüler reden dort fast so miteinander, wie wir es von Freunden kennen. Man macht mal einen Witz, man redet über private Dinge, und niemand hat das Gefühl, dass man aufpassen muss, was man sagt. Viele Schüler dort vertrauen ihren Lehrern Sachen an, die wir wahrscheinlich nur unseren besten Freunden erzählen würden. Die Lehrer nehmen sich Zeit, hören zu und scheinen viel näher an den Schülern dran zu sein.

Auch der Unterricht läuft ganz anders ab. Anstatt dass der Lehrer einfach Aufgaben austeilt und wir sie still bearbeiten, arbeitet man in Spanien viel mehr zusammen. Lehrer und Schüler sitzen gemeinsam an Problemen und lösen sie als Team. Dadurch fühlt sich der Unterricht nicht so streng an, sondern irgendwie entspannter und gleichzeitig motivierender.

Was mich ebenfalls überrascht hat: Die Klassen sind viel kleiner. In einer Klasse, die ich besucht habe, saßen tatsächlich nur vier Schüler! Klar, dass man sich da viel besser kennt und die Beziehung automatisch enger wird. Die Lehrer können auf jeden Einzelnen eingehen, und niemand geht in der Masse unter.

Generell wirkt die Schule dort viel sozialer. In den Pausen sind alle draußen, man redet viel miteinander, die Lehrer mischen sich einfach dazu und keiner findet das merkwürdig. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Stimmung in der Schule viel familiärer ist.

Der Austausch hat mir gezeigt, dass Schule auch ganz anders sein kann – offener, persönlicher und irgendwie näher am echten Leben.

Gleb Egorov (10c) 

veröffentlicht am 27.11.2025